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Graph Search – öffentlich ist, was der Nutzer daraus macht

Graph Search ist die neue Facebook-Suchfunktion, über die Suchanfragen mit sozialem Hintergrund gestellt werden können. Genial oder gefährlich? Die Funktion polarisiert. Erfahren Sie mehr über Funktionsweise, Kritik und Datenschutz.

Graph Search – öffentlich ist, was der Nutzer daraus macht

Graph Search ist eine semantische Suche, die nicht mehr nur auf einzelne Suchbegriffe reagiert, sondern ganze Sätze und Sinnzusammenhänge interpretieren kann. Durchsucht wird nicht das Web, sondern die Facebook-Datenbank und ihre umfassenden Informationen über Personen und deren Interessen, Orte und Fotos.

Welche Restaurants in Hamburg empfehlen Menschen, die Italien mögen? Welche Hotels in Rom haben Nutzer gut bewertet? Welche Fotos auf Facebook gibt es aus New York? Schnell wird das soziale Netzwerk zu Restaurantführer, Reiseportal oder Suchmaschine für User Generated Content. Geht man noch einen Schritt weiter, könnten auch Partner- und Stellenbörsen ersetzt werden.

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

Natürlich kann man so nicht nur Nützliches, sondern auch Heikles finden: Welche Frauen in meiner Stadt sind Single, stehen auf Männer und betrinken sich gerne? Weitere ähnliche Beispiele finden sich in diesem Tumblr Blog. Denn gesucht werden kann nicht nur im Freundeskreis, sondern unter allen Facebook-Nutzern, die entsprechende Daten öffentlich zugänglich gemacht haben. So erfahren völlig fremde Menschen leicht private Details anderer Nutzer und können die Suchergebnisse im schlimmsten Fall missbrauchen.

Zudem werden alle seit dem Facebook-Beitritt geteilten Inhalte in der Graph Search erfasst. In Vergessenheit geratene Jugendsünden können so nach Jahren zum Problem werden. Auch diverse Unternehmen könnten ihre Existenz durch die umfangreichen Möglichkeiten der Suche bedroht sehen (s.o.). Natürlich konnten all diese Informationen schon immer abgerufen werden – aber eben nicht so einfach und schnell.

Privates öffentlich teilen? Ein Widerspruch in sich.

Dreh- und Angelpunkt sind wie so häufig die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook. Ja, fremde Menschen können mit Hilfe der Graph Search leicht an private Informationen kommen, aber nur, wenn diese öffentlich geteilt werden – eigentlich ein Widerspruch in sich. Alle Informationen, die nur einer eingeschränkten Personengruppe zugänglich gemacht werden, können auch nur von dieser in der Suche gefunden werden. Vor dem Veröffentlichen sollte man sich daher immer Fragen: "Wem würde ich das im richtigen Leben erzählen?" und dann die entsprechenden Einschränkungen wählen.

Wer jetzt unsicher geworden ist, sollte einmal sein Facebook-Profil und seine Privatsphäre-Einstellungen überprüfen. Denn Datenschutz ist auf Facebook durchaus möglich, wenn man sich aktiv damit beschäftigt. Leider tun dies nach wie vor viel zu wenige, Sensibilisierung und sachliche Aufklärung sind deshalb weiterhin wichtig.

Böses Facebook? Jein.

Entscheidend ist also nicht nur, was die neue Suchfunktion prinzipiell alles kann, sondern auch, was der Nutzer daraus macht. Wer sich mit den Privatspäre-Einstellungen beschäftigt und sich genau überlegt, welche Inhalte er mit wem auf Facebook teilt, wird auch mit der Graph Search keine Probleme bekommen. Wer dagegen unbedacht mit seinem privaten Daten umgeht, den können böse Überraschungen erwarten.

Ob nun berechtigt oder unberechtigt in der Kritik – die Graph Search ist auf jeden Fall eine faszinierende Suchfunktion, die endliche alle in Facebook verfügbaren Informationen schnell und intuitiv zugänglich macht und mit der bisherigen, eher mittelmäßigen Facebook-Suche nicht zu vergleichen ist.

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Über den Autor

Lars Müller

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Geschäftsführer
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