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Firefox soll Third-Party-Cookies blockieren - oder nun doch nicht?

Mozilla kündigte an, Third-Party-Cookies im Firefox standardmäßig zu blockieren. Jetzt ist diese Umsetzung zwar vorerst aufgeschoben, wohl aber nicht aufgehoben. Was würde diese Restriktion konkret bedeuten und welche Alternativen gäbe es?

Firefox soll Third-Party-Cookies blockieren - oder nun doch nicht?

Was ist ein Third-Party-Cookie?

Besucht ein Nutzer eine Website, können über sogenannte Cookies persönliche Informationen zu ihm und seinem Surfverhalten in Form einer kleinen Textdatei auf seinem Rechner gespeichert werden. Ein First-Party-Cookie wird direkt von der Website gesetzt, die man besucht, ein Third-Party-Cookie dagegen von einem Drittanbieter, dessen Inhalte z.B. in Form von Werbung oder Social Plugins auf der besuchten Website eingebunden sind. Genutzt werden diese so gesammelten Informationen um Content- und Werbeangebote auf die persönlichen Interessen des Nutzers zuzuschneiden.

Blockierung von Cookies: Worum geht es konkret?

Der Entwickler Jonathan Mayer publizierte unlängst einen Patch für Firefox, um das Setzen von Third-Party-Cookies ab der Browser-Version 22 standardmäßig zu unterbinden. Eine Ausnahme bilden Cookies von Dritten, mit deren Website der Nutzer zuvor bereits Kontakt hatte. Oder anders ausgedrückt: Cookies von besuchten Seiten werden erlaubt, Cookies von bislang nicht besuchten Website werden blockiert. Wer also einen First-Party-Cookie setzen konnte, darf später auch einen Third-Party-Cookie setzen und den Nutzer so durchs Web verfolgen. Außerdem dürfen Cookies gesetzt werden, wenn ein Besucher mit einem auf einer Website integrierten Social Plugin interagiert.

Vor- und Nachteile der Blockierung

Nutzern und Datenschützern dürfte diese Entwicklung aktuell sehr entgegenkommen, denn das Blockieren der Third-Party-Cookies schützt vor unerlaubtem Nutzer-Tracking im Web. Befürworter verweisen auch gern auf Apples Safari, der bereits seit längerem nach dem gleichen Prinzip agiert. Das Speichern von Cookies manuell zu unterbinden oder Werbebanner über Ad-Blocker auszublenden, ist zudem schon lange möglich.

Kleine, werbefinanzierte Websites sehen dagegen ihre Existenz gefährdet und Agenturen sowie Unternehmen, die mit Online-Werbung ihr Geld verdienen, warnen vor Anzeigen-Spam. Denn durch das Unterdrücken von Third-Party-Cookies würde keinesfalls weniger Werbung geschaltet werden. Im Gegenteil, Nutzer würden mit undifferenzierten Anzeigen überschwemmt, interessensbasierte Inhalte könnten nicht mehr angeboten werden.

Vorerst nun doch noch keine Blockierung

Doch Kritiker können vorerst aufatmen, denn vor einigen Wochen ließ Mozilla durch Brendan Eich verlauten, dass Third-Party-Cookies aufgrund unerwünschter Probleme mit dem entsprechenden Patch nun doch noch nicht standardmäßig ab Browser-Version 22 blockiert werden. Die Gründe dafür sind:

  • False negatives: Werden Inhalte eines Anbieters auf eine abweichende Domain ausgelagert, werden diese Cookies nicht automatisch zugelassen.
  • False positives: Nicht von jeder Seite, die der Nutzer einmal besucht hat, möchte er automatisch Cookies zulassen.

Firefox arbeitet aber bereits an einer verbesserten Lösung in Zusammenarbeit mit Cookie Clearinghouse, gegründet von Aleecia McDonald vom Center for Internet and Society der Stanford-Universität. Aufgeschoben ist also nicht aufgehoben, doch was ist an der neuen Lösung anders bzw. besser?

Black- und Whitelists von Cookie Clearinghouse

Cookie Clearingshouse plant, Listen mit Cookies zur Verfügung zu stellen, die von Nutzern erwünscht und unerwünscht sind. Auf diese können dann beispielsweise Hersteller von Browsern wie Firefox zurückgreifen. Die dafür notwendigen Kriterien befinden sich jedoch noch in der Entwicklungsphase, grundsätzlich ist folgendes Verhalten geplant:

  • Cookies von Website, die ein Nutzer zuvor besucht hat, sollen erlaubt werden.
  • Cookies von Website, die ein Nutzer nicht zuvor besucht hat, sollen nicht erlaubt werden.
  • Opt-out-Cookies der Digital Advertising Alliance (DAA) sollen erlaubt werden.
  • Cookies sollen gesetzt werden, wenn der Nutzer ausdrücklich zustimmt.

Mit Hilfe der so entwickelten Listen soll es möglich werden, die beiden oben genannten Probleme zu umgehen und ungewollte Cookies, die eigentlich zugelassen werden müssten, zu blockieren und Cookies, die eigentlich blockiert werden müssten, aber im Sinne des Nutzers sind, zuzulassen.

Exkurs: Die Cookie-Richtline der EU

Doch nicht nur Firefox, auch die EU hat es auf die Cookies abgesehen. Zwar geht es dabei um kein explizites Verbot, wohl aber um die Frage nach einem Opt-in. Ob explizite oder implizite Zustimmung ist dabei nicht einheitlich festgelegt, Deutschland sieht die Cookie-Richtlinie sogar bereits durch Gesetze erfüllt.

Alternativen zu Cookies

Von der grundsätzlichen Idee, Third-Party-Cookies zu blockieren, ist Firefox also nicht abgewichen, die tatsächliche Implementierung scheint lediglich eine Frage der Zeit zu sein. Gibt es also Alternativen zum Einsatz von Cookies? Fingerprinting ist eine Lösung, die Unternehmen viele Vorteile, den Nutzern aber einiges an Unbehagen beschert. Dabei werden einzelne Charakteristika des Rechners ausgelesen und der Nutzer so identifiziert und wiedererkannt, ein Tracking ist geräteübergreifend möglich. Nutzer dagegen können so gut wie nicht erkennen, dass sie getrackt werden und die entsprechenden Daten von ihnen auch nicht gelöscht werden.

Fazit

Eine adäquate Alternative zum Einsatz von Cookies gibt es (bislang) nicht. Wird es in der Zukunft zu einer Einführung der Blockierung von Third-Party-Cookies kommen, werden Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing für Unternehmen eine noch wichtigere Rolle spielen, um Präsenz im Web aufzubauen. Unsere Empfehlung aber ist, auf E-Mail-Marketing zu setzen und Interessenten wie Kunden mit Hilfe von Segmentierung gezielt per E-Mail anzusprechen - ganz unabhängig von Cookies.

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Über den Autor

Lars Müller

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Geschäftsführer
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